Liebe Freunde und Unterstützer
Ich grüsse euch alle ganz herzlich aus dem trockenen, staubigen und im Moment recht heissen Tansania. Wir warten auf Regen, damit wir die Felder wieder bestellen und mit der Aussaat beginnen können. Die Bäume haben bereits neue Blätter bekommen – ein Zeichen dafür, dass der Regen nicht mehr weit entfernt ist.
Dieses Spriessen der neuen Blätter und der Beginn einer neuen Saison sind auch in unserer Kirche und ihren Projekten dringend nötig. In verschiedenen Abteilungen läuft es nicht ganz so gut. Deshalb wünschen wir uns und beten dafür, dass ein Neuanfang möglich wird.
Gerade in unserem Spital, das einige leitende Mitarbeitende verlassen haben, brauchen wir dringend einen Neustart. Das Ärzteteam aus der Schweiz (ZMT) war hier und hat gemeinsam mit den einheimischen Ärzten und dem ganzen Team zahlreiche Operationen durchgeführt, Patienten behandelt und das Personal geschult. Dieser Einsatz hat den Mitarbeitenden vor Ort neuen Mut gegeben. Wir beten, dass sie diesen Weg weitergehen und die Arbeit mit neuer Kraft fortsetzen können.
Ein grosses Dankeschön an das ganze ZMT-Team!

Es freut uns sehr, dass Faraja, einer unserer Sozialarbeiter im Amsha Projekt, auch dieses Jahr am Bibelseminar der Fackelträger in Morogoro als Lehrer mitwirken konnte. Eine Gruppe unserer Jugendlichen aus dem Amsha durfte als Teilnehmer dabei sein und viel lernen.
Faraja konnte zudem am zweiten Kurs der Traumatherapieausbildung teilnehmen und diesen erfolgreich abschliessen. In Zukunft soll er bei weiteren Anlässen auch als Lehrer tätig sein. Darüber freuen wir uns sehr. Wir sind dankbar, dass diese Ausbildung gerade zum richtigen Zeitpunkt stattgefunden hat. Unsere elf Bewohner im Amsha sind alle traumatisiert. Umso grösser ist der Segen, dass nun einer unserer Leiter über eine fundierte Ausbildung in diesem Bereich verfügt und die Jugendlichen entsprechend begleiten kann.
Während des Besuchs meiner Gäste im Oktober konnten die Mitarbeitenden des Amsha an einem Kurs zum Schneiden von Apfelbäumen teilnehmen. Es war gar nicht so einfach, aus einem Busch einen schönen Baum zu gestalten. Doch das Resultat kann sich sehen lassen! Es ist einfach genial, wenn Besucher und Einheimische gemeinsam ein kleines Projekt verwirklichen und dabei voneinander lernen können.

Helfen – aber wie? Fast täglich erreichen mich Bitten um Hilfe. Sei es für Dünger und Saatgut für die Felder, für Schulgeld, Geld für Lebensmittel oder medizinische Behandlungen – die Anliegen sind vielfältig.
Nach all den Jahren, die ich hier gelebt habe, fällt es mir immer noch schwer, mit diesen Bitten umzugehen. Wem soll ich wie helfen? Wie kann ich unterstützen, wenn ich selbst keine Hilfs- oder Schulgeldmittel mehr zur Verfügung habe? Ein «Nein» fällt mir sehr schwer, und ich kann es kaum aussprechen. Deshalb bitte ich Gott immer wieder um Weisheit, damit ich mit diesen Situationen richtig umgehen kann. Es liegt mir sehr am Herzen, jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen. Gleichzeitig besuchen immer mehr Jugendliche weiterführende Schulen, deren Kosten sehr hoch sind. Wenn jemand Dünger oder Saatgut für sein Feld benötigt, ist das eine sinnvolle Hilfe. So kann die Familie eine Ernte einbringen und sich selbst ernähren. Wenn jemand eine Operation benötigt, aber kein Geld dafür hat, fühle ich mich beinahe verpflichtet zu helfen. Hinter jedem Anliegen steht ein Mensch, dessen Not mich berührt.
Ein grosses Dankeschön an alle, die mich bei diesen Aufgaben immer wieder unterstützen. Eure Hilfe ermöglicht es mir, Menschen in schwierigen Situationen beizustehen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen.
Wie geht es weiter? Schon bald geht das Jahr 2026 zu Ende. Im März 2027 läuft meine Arbeitsbewilligung aus, und ich brauche Weisheit für den nächsten Schritt. Was ist nun dran? Ich hoffe, dass ich eine Aufenthaltsbewilligung als Pensionierte erhalten werde. Danach werde ich weitersehen, was kommt.
Ich bin gewiss: Gott lässt mich nicht im Stich. Er wird mir Schritt für Schritt zeigen, welchen Weg ich gehen soll. Danke, dass ihr mich auch auf diesem Weg im Gebet begleitet.
Ich wünsche euch allen Gottes Segen!
Herzliche Grüsse aus Tansania
Susanna Joos


