Bericht Petra, September 2026

Familie

Uns geht es soweit gut.

Caterina und Agesta gehen weiterhin in die Schule, Agesta gerne, Caterina eher ungerne, aber sie scheinen doch etwas, vor allem sprachlich, zu profitieren.

Julia hat in den letzten zwei Monaten ziemliche Fortschritte gemacht, ist offener Leuten gegenüber und muss viel weniger herumgetragen werden. Einen ganz besonderen Spass findet sie daran wegzurennen, wenn man sie ruft, damit man sie fangen muss.

Heimataufenthalt

Nach viereinhalb Jahren war wieder einmal ein Heimataufenthalt dran. Mein Mann entschied sich, nicht mitzukommen. Somit flog ich Ende Juli mit den drei Mädels in die Schweiz nach Basel. Die Reise war lang, da wir noch eine Nacht in Dar es Salaam übernachteten, doch sie ging recht gut.

In der Schweiz konnten wir eine kleine Wohnung im Fischerhaus in Riehen mieten (christliche Wohngemeinschaft), was perfekt für uns war, die Lage super mit Spielplatz und Tram fast vor der Haustüre. Somit hatten wir auch einen Rückzugsort für uns.

Es war sehr schön Freunde und Verwandte nach so langer Zeit wieder zu sehen. Wir waren sehr viel unterwegs. Die Kinder machten sehr gut mit, sie hatten grosse Freude an den Schwimmbädern, Spielplätzen und dem ice cream (Glacé). Auch gefiel es ihnen natürlich im Mittelpunkt zu stehen. Auch sprachlich war es sehr gut für die Drei in der Schweiz zu sein. Caterina fing nach wenigen Wochen an mit den Leuten Schweizerdeutsch zu reden und auch die anderen beiden verstanden immer mehr.

Die sieben Wochen vergingen wie im Flug. Der Abschied fiel mir, wie immer, wieder sehr schwer, vor allem, weil ich doch wusste, dass es wahrscheinlich wieder länger dauern würde, bis ich das nächste Mal kommen würde.

Auch der Rückflug ging wieder recht gut und nach einer Nacht in Dar es Salaam, kamen wir dann endlich wieder zu Hause an. Als das Flugzeug landete, konnte Caterina nicht mehr auf das Gepäck warten, sie rannte sofort heraus, um den Papi zu begrüssen.

Spital

Das Spital bleibt weiterhin ein schwieriges Thema.

Nachdem uns im März der Chefarzt Dr. Martin sehr plötzlich verlassen hatte, verliess uns wenige Monate später unsere HR, Faustina Mahenge. Kaum hatten wir uns davon erholt und uns als Leitungsteam wieder zusammengefunden, kündete auch noch Dr. Morice, welcher zu der Zeit unser stellvertretender Leiter war (Dr Khamiss, Spitalleiter, ist zurzeit in Ausbildung). Ich erfuhr dies, während ich in der Schweiz war und es kostete mich schon einiges an Schlaf, diese neue Entwicklung und auch Enttäuschung etwas zu verdauen.

Da Dr. Morice auf anfangs September aufhörte, unterbrach Dr. Khamiss seine Ausbildung für drei Wochen, um wieder alles neu zu regeln. Somit war ich wenige Tage nach meiner Rückkehr wieder im Spital. Wir hatten viele Sitzungen als Leitungsteam, aber auch mit verschiedenen Gruppen von Mitarbeitern.

Die Schulden sind immer noch sehr hoch, (ca. 200 000 CHF), vor allem vom Medizineinkauf, die Einnahmen knapp, das Personal unmotiviert, da wir mit der Überstundenauszahlungen auch einige Monate im Rückstand waren.

Dank einigen Spenden konnten wir einen Teil von den Überstunden auszahlen, in Sitzungen wurde mit den Mitarbeitern geredet und wo nötig auch ein paar strenge Worte gesprochen. Ziel ist, durch gute Arbeit auch wieder mehr Patienten und Patientinnen zu gewinnen, und somit auch wieder die Einnahmen zu erhöhen.

Es ist im Moment schwierig und harzig, aber wir hoffen doch, dass wir irgendwann mal wieder weiterkommen. Wenn ihr uns im Spital gerne unterstützen möchtet, könnt ihr hier klicken und unten direkt spenden. Vielen Dank!

Wundambulatorium

Auch im Wundambulatorium geht die Arbeit weiter.

Zurzeit haben wir etwa fünf Kinder, welche schwere Verbrennungen erlitten, aber doch auf einem guten Weg sind. Auch bei Aisha, von der ich im letzten Rundbrief berichtete, sind die Wunden noch nicht abgeheilt, obwohl doch eine markante Verbesserung zu sehen ist. Ich hoffe sehr, dass ihre Wunden in den nächsten ein bis zwei Monaten ganz abheilen. Natürlich wird sie wie alle Verbrennungspatienten, ihr Leben lang mit den Folgen der Narben zu kämpfen haben, und doch ist es ein Wunder, dass sie mit diesen schweren Verbrennungen unter diesen Umständen überlebt hat.

Soweit für heute.

Vielen Dank für all eures Mittragen durch Gebet und finanzielle Unterstützung.

Liebe Grüsse

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