Hallo miteinander
Irgendwie ist es seltsam – und doch schon wieder ganz normal: Erst war ich noch bei euch in der Schweiz, und nun schreibe ich schon wieder aus Ifisi. Nach einem guten Rückflug in meine Wahlheimat erwartete uns hier direkt das Ärzteteam aus Zürich. (Wer sich für den Einsatz dieses Teams interessiert, kann gerne auf der Website www.zurich-meets-tanzania.com nachschauen.)

Über Ostern durften wir unseren Besuchern die beeindruckenden Kimani-Wasserfälle zeigen und am 1. Mai begleiteten wir sie zu den heißen Quellen in unserer Nähe. Eine kleine Episode am Rande: Wenn man von der Hauptstraße in Richtung der heißen Quellen abbiegt, fährt man auf einem kleinen Landsträsschen, wo einem kaum jemand begegnet. Auf dem Heimweg, fast oben am steilen Anstieg, platzte plötzlich ein kleines Wasserschläuchlein an meinem Auto – Weiterfahren unmöglich. Kaum ausgestiegen, kam uns tatsächlich ein Auto entgegen – oh je, ich hatte die schmale Straße blockiert. Und dann konnte ich meinen Augen kaum trauen: Am Steuer sass Zakaria, einer unserer Mitarbeitenden, der privat auf dem Weg zu seinem Feld war. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Kurz gesagt: Er schnitt ein Stück einer anderen Leitung heraus und setzte es an der defekten Stelle ein – und reparierte so das Auto direkt vor Ort. Kaum zu glauben! Sehr dankbar fuhren wir schließlich nach Hause. Für die Ärzte war das eine überraschende „Operation“ – allerdings nicht am Menschen, sondern am Motor! 😊

Seit Ostern lebt eine neue Studentin bei mir: Neema. Letzte Woche traf ich sie weinend zu Hause an. Auf meine Nachfrage hin erzählte sie mir ihre traurige Geschichte: Ihre Mutter verstarb, als sie noch in der Sekundarschule war. Der Vater heiratete neu, doch die Stiefmutter will nichts mit den Kindern aus erster Ehe zu tun haben. Neema konnte daraufhin bei ihrem Onkel und dessen Familie leben und so die Sekundarschule abschließen. Anschliessend begann sie eine Ausbildung zur Assistenzärztin. Die Schul- und Lebenshaltungskosten werden von einer deutschen Freundin übernommen, die auch darum bat, ob Neema bei mir wohnen könnte.
Gestern erfuhr Neema, dass ihre Tante nun plant, ihre beiden jüngeren Geschwister fortzuschicken und ihnen den Schulbesuch zu verweigern. Sie sind in der 2. und 3. Klasse der Sekundarschule. Diese Nachricht hat Neema tief getroffen – sie macht sich grosse Sorgen und fragt sich, was aus ihren Geschwistern werden soll, wenn sie ihre Ausbildung nicht abschliessen können. Und was soll ich tun? Ich kann das allein nicht stemmen, aber die Situation der Jugendlichen geht mir sehr nahe. Darum meine Frage:
Wäre vielleicht jemand bereit, mitzuhelfen, diesen beiden Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen?
Leider gibt es immer mehr solche Vorfälle, wo Jugendliche einfach keine Ausbildung machen können, weil die Eltern oder Pflegefamilien dies nicht stemmen können. Da sind wir dankbar, dass wir vielen in der Hope Group beistehen dürfen und ihnen eine Bildung ermöglichen können.
Vielen herzlichen Dank für eure treue Unterstützung – sei es im Gebet oder mit finanziellen Gaben.
Seid herzlich gegrüsst
Susanna Joos


