Liebe Freunde, Bekannte und Unterstützer
Familie
Das neue Jahr hat einiges an Veränderungen mitgebracht.
Caterina und Agesta haben den Kindergarten angefangen. Die Auswahl der Schule/ Kindergarten war vor allem für mich nicht einfach, da ich schweizerische Standards und Vorstellungen von Bildung kenne.
Es war uns auch wichtig, dass Caterina und Agesta zusammen in eine Schule gehen und das gerade Agesta mit ihrer Schwäche entsprechend gefördert und Caterina zur gleichen Zeit nicht unterfordert wird. Nach längerem hin und her entschieden wir uns für eine Privatschule hier im Ort. Der ganze Unterricht ist auf English, die Kinder lernen schon im kleinen Kindergarten lesen und schreiben.

Agesta geht sehr gerne, Caterina fällt es eher schwer, vor allem der Umgang mit den anderen Kindern fällt ihr nicht leicht. Dennoch ist sie immer sehr motiviert ihre Hausaufgaben zu machen und singt englische Lieder, welche sie dort gelernt haben. Im «Zwischenzeugnis» des ersten Jahresviertel, haben beide sehr gute Bewertungen bekommen, so gut, dass ich fast etwas Zweifel an der Bewertung hatte.😊
Auch wenn ich von den pädagogischen Methoden nicht 100% überzeugt bin, tut der Kindergarten den beiden sicher gut, vor allem auch den sozialen Umgang mit anderen Kindern zu lernen.
Julia ist Ende Januar zwei Jahre alt geworden. Kurz nach dem Geburtstag hat sie endlich angefangen zu laufen. Für mich eine grosse Erleichterung, da sie zum einen doch zum ständigen Herumtragen etwas schwer war und zum anderen ich mir doch langsam etwas Sorgen machte, wieso sie noch nicht laufen konnte. Mittlerweile ist sie nun sehr sicher auf den Beinen und düst selbstständig durch das Haus.
Arbeit
Ende März eröffnete Dr. Martin (bisheriger Chef-Arzt) uns, dass er ab April nicht mehr bei uns im Spital sein würde, sondern dass er zu seiner Familie auf Dar-es-Salaam ziehen und dort in einer neuen Klinik arbeiten wird.
Obwohl es uns klar war, dass er nicht auf Dauer bei uns sein würde, war sein plötzlicher Abschied ein Schock für uns. Er hatte sehr viele Veränderungen initiiert und durch ein plötzliches Verschwinden habe ich nun grosse Zweifel, dass wir diese Projekte weiterführen können. Vor allem für unsere doch erst vor kurzem angefangene «Intensivstation» ist sein überraschender Abgang ein grosser Verlust.
Dr. Morice, sein Stellvertreter, übernimmt seinen Posten bis auf weiteres. Er hat auch klare Vorstellungen und gute Ideen. Somit sind wir uns als Leitungsteam wieder am Aufraffen und neu finden.
Die finanzielle Situation im Spital ist nach wie vor schwierig, die Schulden vor allem vom Medizineinkauf ist gross. Die Einnahmen sind nach den Ausschreitungen der Wahlen im letzten Oktober massiv zurückgegangen und die ersten paar Monate des Jahres sind immer schwierig, da die meisten Leute ihr Geld in die Felder und Schulgeld investieren. Somit kommen sie nur im Notfall ins Spital.
Auch personell hat es viele Veränderungen gegeben. Viele Pflegefachkräfte, welche nur Kurzverträge hatten, haben Anstellungen bei der Regierung oder anderen Spitälern bekommen und auch einige Ärzte sind zu der Regierung gegangen. Auch da müssen wir wieder einen neuen Weg finden, wie wir mit dem wenigen Personal über die Runden kommen.
Es fällt mir im Moment schwer mit den ganzen Problemen positiv, konstruktiv und motiviert zu bleiben. Und doch geht es immer weiter und gibt es sicher einen Weg.
Wundambulatorium
Bei uns im Wundambulatorium haben wir immer genug zu tun.
Zurzeit haben wir viele Patienten mit Wundkomplikationen auf Grund von ihrem Diabetes. Meistens sind sie nicht rechtzeitig in die Behandlung gekommen und haben ihren Diabetes vernachlässigt. Manchmal sind es finanzielle Gründe, manchmal sind es aber auch einfach fixe Vorstellungen von den Patienten oder Verwandten, das Diabetes auf natürliche Weise oder mit irgendwelchen Kräutern geheilt werden kann. Nicht selten waren sie, manchmal trotz ärztlicher Beratung in Behandlung von «traditionellen Kräuterheilern». Wenn sie dann zu ins Spital kommen, sind sie in einem so schlechten Zustand, dass es teilweise zu einer notfallmässigen Amputation kommt.

Die Behandlung und Versorgung der Wunden sind meisten ein ziemlich langwieriger Prozess, der für uns auch teilweise etwas frustrierend ist…
Umso ermutigender ist es, wenn uns wieder mal ein Patient besucht, den wir über Monate behandelt haben und gesund geworden ist.
Aisha, das Mädchen mit den schlimmen Verbrennungen, von dem ich im letzten Bericht erzählt habe, macht gute Fortschritte. Nachdem wir ihr etwas mit proteinreicher Ernährung unter die Arme gegriffen haben, macht die Heilung der Wunden grosse Fortschritte. Bis sie wieder ganz auf den Beinen ist, braucht es sicher doch noch einige Zeit. Ohne finanzielle Unterstützung hätte sie wahrscheinlich nicht überlebt.

Viele unserer Langzeitpatienten sind früher oder später auf Hilfe angewiesen. So bin ich immer froh und dankbar über alle Spenden, die es ermöglichen, dass die Patienten behandelt werden können.
Somit mache ich Schluss für heute, vielen Dank für alle eure Gebete und Mittragen.
Liebe Grüsse, Petra


