Liebe Freunde, Interessierte und Unterstützer des Amsha Youth Centers
heute freue ich mich, euch mit unserem 11. Bericht weitere spannende Neuigkeiten über das Amsha Youth Center (AYC) in Mbeya zu übermitteln.
Das AYC wurde ins Leben gerufen, um Jugendlichen in der Stadt Mbeya und Umgebung durch Begleitung, Beratung und Schulung neue Lebens- und Berufsperspektiven zu eröffnen. Wir ermutigen die jungen Menschen, Neues auszuprobieren, kleine Unternehmen zu gründen oder ihre berufliche Ausbildung zu planen und abzuschliessen.
Unsere Sozialarbeiterin Rosi ist weiterhin aktiv und berichtet euch von zwei beeindruckenden Jugendlichen: Hamiss Amsha und Diana Lodvick.

Hamiss Amsha, 23 Jahre alt:
Hamiss hat sich diesen Namen selbst gegeben, nachdem er im Amsha Center lebte und seine Identität gefunden hat. Er stammt aus Tabora im Norden Tansanias. Leider kennt Hamiss seine Eltern nicht, da seine Mutter bei seiner Geburt starb. Er wurde von Nachbarn aufgenommen, die jedoch bei einem Unfall ums Leben kamen, als Hamiss sieben Jahre alt war. Die Verwandtschaft dieser Nachbarn wollten Hamiss nicht mehr bei sich habe. Deshalb liess er sich auf einem Lastwagen nieder, der ihn nach Mbeya brachte. Dort lebte er viele Jahre auf der Strasse, bis Ezekiel, einer unserer Jugendlichen, ihn ins Amsha Projekt brachte. Sein grösster Wunsch war es, lesen und schreiben zu lernen – eine Chance, die ihm im Center geboten wurde. Heute kann Hamiss lesen, rechnen und schreiben und hat einen Job als Verkäufer in einem Motorradzubehörladen gefunden. Zudem hat er gelernt, Motorräder zu reparieren und verdient nun seinen Lebensunterhalt damit. Aus Dankbarkeit für das Amsha Projekt wählte er den Namen „Hamiss Amsha“.
Diana Lodvick, 24 Jahre alt:
Diana stammt aus Bukoba am Viktoriasee und kommt aus einem wohlhabenden Elternhaus; ihr Vater ist ein pensionierter Rechtsanwalt. Nach dem Abschluss der Sekundarschule brach sie jedoch aus ihrem gewohnten Leben aus und reiste nach Mbeya, wo sie in einer Bar arbeitete und dort auch übernachtete. Eines Tages kam es zu einem Streit in der Bar, bei dem sie am Hinterkopf schwer verletzt wurde. Jemand brachte sie ins Amsha Center, da sie nicht wusste, wo sie sonst hingehen sollte. Wir halfen ihr mit der Wundversorgung und nach mehreren Tagen gab Diana endlich die Telefonnummer ihres Bruders heraus. Durch unsere Nachforschungen konnten wir bestätigen, dass ihre Geschichte wahr ist; die Polizei bestätigte den Hintergrund ihrer Familie ebenfalls. Ihr Vater war überglücklich von Diana zu hören und schickte Geld für ein Busticket zurück nach Hause. Nun ist sie wieder bei ihrer Familie und wir hoffen sehr, dass unsere Unterstützung dazu beigetragen hat, dass Diana dort bleiben kann und eine Ausbildung beginnen wird.
Die Geschichten von Rosi sind immer bewegend und vielfältig – wir sind dankbar für das gute Verhältnis das sie zu den Jugendlichen hat.
Faraja, unser Schulsozialarbeiter, nimmt derzeit an einem Bibelcamp der Fackelträger in Iringa teil. Er konnte fünf Jugendliche mitnehmen und ist selber mittlerweile zu einem der Leiter des Camps ernannt worden. Wir beten dafür, dass dieses Camp für die Jugendlichen ein Segen sein wird.

Severin Lehmann berichtet von seiner Tätigkeit im Amsha Projekt:
Seit Anfang August arbeite ich nun 2 ½ Tage pro Woche im Amsha Center. Bisher war ich nur halbtags vor Ort und habe hauptsächlich Sport mit den Jugendlichen gemacht. Es freut mich sehr, nun auch in anderen Bereichen aktiv sein zu können! Mein Hauptziel ist es jedoch, unseren Mitarbeitern den Rücken zu stärken und ihnen dabei zu helfen, ihre Arbeit bestmöglich auszuführen. Ich möchte die Arbeitsabläufe im administrativen Bereich neu gestalten – dies erfordert Zeit sowie die Zustimmung des Teams.
Ende Juli hatten wir erneut ein Unihockey-Trainerseminar mit dem Verein „Unihockey für Strassenkinder“ aus der Schweiz. In diesen Seminaren werden während 3 ½ Tagen jeweils einheimische Trainer geschult, um Unihockey in ihren Städten näherzubringen – eine wunderbare Möglichkeit zur Verbreitung des Evangeliums! Dieses Jahr nahmen fünf Personen aus dem Amsha Team daran teil; drei davon sind direkt bei uns angestellt.

Wir sammeln weiterhin Spenden für unser neues Projekt – das Hostel. In den letzten Wochen wurde mir erneut bewusst, wie dringend wir dieses Hostel benötigen würden. Wie ihr in Rosis Berichten gelesen habt, sind wir oft auf gute Unterkünfte angewiesen, um effektiv mit den Jugendlichen arbeiten zu können. Für weitere Informationen zum Projekt oder Fundraising dürft ihr euch gerne an Susanna Joos (sjoos@etik.com) oder mich (severin.lehmann@hotmail.com) wenden.

Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer unseres Amsha-Teams! Jeder Beitrag hilft uns dabei, Jugendliche zu unterstützen um positive Veränderungen in ihrem Leben herbeizuführen.
Mit lieben Grüssen im Namen der Amsha Group
Susanna, Severin und das gesamte Team


