Liebe Missionsfreunde und Interessierte
Der rot blühende Baum vor meinem Stubenfenster (Mkrismasi) und die roten Kugelblüten einer Buschpflanze deuten auf Weihnachten hin. Sie kündigen aber auch den Beginn der Regenzeit an. Nach drei heftigen Regengüssen ist es zwar bereits wieder trocken, doch die Natur spriesst und blüht. Was für ein wunderbarer Anblick nach einem halben Jahr ohne Regen!


Das Jahresende bringt auch viele Feiern mit sich. So habe ich Mitte November unsere Schulleiterin des Health-Instituts, Shukurani Ndumula, nach Morogoro begleitet, wo sie ihren Mastertitel entgegennehmen konnte.
Ende November feierten wir in Mblizi zudem den Abschluss von 83 Studierenden, die ein Diplom als Automechaniker, Autoelektriker, Schreiner oder Schneiderin erhalten haben. Der gross angelegte Anlass war eine fröhliche Feier, an der auch die Eltern teilnahmen. Möge Gott diese jungen Leute in den Berufsalltag begleiten. Wir wünschen ihnen, dass sie mit den geschenkten Werkzeugen entweder ein eigenes kleines Geschäft eröffnen oder eine Anstellung finden können.


Dass dies nicht immer einfach ist, erleben wir immer wieder. Einer unserer Waisenkinder, Raphael, schloss seine Ausbildung als Automechaniker vor einem Jahr ab. Seither bekam er hier und dort Tagesarbeiten und half freiwillig bei verschiedenen Projekten mit – unter anderem auch beim Bau des Amsha-Projekts, obwohl dies nicht seinem erlernten Beruf entspricht. Kürzlich erhielt er ein Angebot im Norden, in einer Goldmine ein Praktikum zu absolvieren. Leider entpuppte sich dieses eher als Ausbeutung denn als Chance. Nun überlegen wir gemeinsam, ob er besser zurückkehren und hier vor Ort Arbeit suchen soll. Eine gute Ausbildung ist eine wichtige Grundlage für das Leben eines jungen Menschen, aber sie sollte auch zu einer fairen Arbeitsmöglichkeit führen.
Im Amsha-Jugendberatungsprojekt ging es gut voran. Dank vieler Spenderinnen und Spender konnten wir die Gebäude auf dem Gelände für ein «Hostel» fertigstellen. Wenn wir alle Bewilligungen erhalten, möchten wir im Januar mit den ersten obdachlosen Jugendlichen starten. Die 24/7-Betreuung soll ihnen neue Werte und Perspektiven vermitteln. Zudem sollen sie ein kleines Handwerk erlernen, das ihnen später ein eigenes Einkommen ermöglicht – damit sie nicht mehr auf der Müllhalde leben müssen. Möge Gott unsere Gedanken und Pläne führen und segnen. Danke, wenn ihr im Gebet mittragt, dass dies gelingen darf.

In der Hope Group, unserer Waisenkinderarbeit, ist ebenfalls Jahresende – und damit Klassenwechsel für die Kinder. Das neue Schuljahr für die Primar- und Sekundarschulen beginnt im Januar. Zurzeit werden deshalb die neuen Schuluniformen genäht. Jedes Kind erhält zwei Sets und neue Schuhe. Da diese täglich getragen werden, sind sie nach rund sechs Monaten meist völlig abgenutzt – was auch an der Qualität liegt. Wir sorgen zudem für Hefte, Stifte und Papier. Bevor die Kinder all dies Anfang Jahr bekommen, feiern wir jedoch noch Weihnachten. Jedes Hope-Kind darf sich ein neues Kleidungsstück aussuchen und erhält als Geschenk ein paar Guetzli, Seife, Bodylotion, Zahnbürste, Zahnpasta und mehr. Es erfüllt uns jedes Jahr mit Freude, die strahlenden Kinderaugen zu sehen, wenn sie ihre Geschenke in Empfang nehmen!

In diesem Zusammenhang möchte ich euch allen von Herzen danken, die uns so treu mit Gaben und Gebeten unterstützt haben. Der Herr segne euch und vergelte es reichlich!
Susanna Joos


